Hotel & Touristik

Massenweise Mixmeister

Ausgabe 12/2014
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[...] Es ist kompliziert. Eine Beziehung sowieso, der Job hinter der Theke aber immer mehr. Ob Foodpairing, Selbstdestilliertes und -kreiertes oder die Präsenz in sozialen Netzwerken – nur mit dem technisch gekonnten Mixen der Cocktailklassiker ist der Job des Barkeepers längst nicht mehr getan. Verkauft werden den Gästen weiterhin gute Drinks oder das entsprechende Barflair, aber immer mehr auch das Image des Profis hinter der Theke. „Die Leute kommen zunehmend wegen eines bestimmten Barkeepers in ein Lokal“, betont Michael Antl, Beverage Brand Ambassador bei der Destillerie Bauer.

In Linz hat Claudia Schiemer einen klingenden Namen. Die Oberösterreicherin kennt man aus dem Lennox, und erst vor kurzem eröffnete sie ihre neue Bar, den boiler room. „Internationalität“ ist im Konzept dick unterstrichen, und somit freut sich die Gastronomin, wenn Gäste sagen, im boiler room fühlt man sich wie in einer New Yorker Bar. Schiemer verwendet für ihre Kreationen durchwegs Premium-Spirituosen, und Cocktailgläser werden mit einem speziellen Gläserfroster auf ideale vier Grad gekühlt. Das Highlight sind aber die „boiler signature drinks by Claudia Schiemer“, die sie auf eigens dafür angefertigten, 70 Euro teuren Holztabletts serviert. Ins Glas kommen dabei – neben dem hochpreisig Hochprozentigem – selbst angesetzte Tinkturen, sogenannte Elixiere, aus verschiedenen Ingredienzien. Abgerundet wird das Bar-Erlebnis durch House Music mit bekannten Acts.

Warum passt diese Bar nach Linz? Bei dieser Frage muss Schiemer schmunzeln. „Es ist ein Risiko, das weiß ich.“ Einen Standort habe sie vorher in Wien und Salzburg gesucht, mittlerweile ist sie froh über ihre Entscheidung. „Wenn man an etwas glaubt, kann man viel erreichen. Die Gäste lernen es immer mehr zu schätzen, was wir machen.“ [...]

Autor: Thomas Schweighofer

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